Vergleicht man das Novemberbild, mit den bisher hier im Blog vorgestellten Kalenderblättern der Très Riches Heures, so fällt auf, dass es im Hintergrund nicht von einem Schloss, oder einer Burg, überragt wird. Dadurch kann man weit in die Landschaft blicken. Die Weite entspricht der Symbolik des Schützen. Gemeinsam mit Skorpion, das Tierkreiszeichen, das die Sonne im November durchläuft.
Dabei lässt sich auch die dargestellte Landschaft, der Wald und die Berge, dem Schütze Zeichen zuordnen. Eine typische Skorpion Landschaft wäre dagegen das Moor, aber auch dunkler, dichter Regenwald oder finstere Vulkanlandschaften.
Très Riches Heures – Monat Mai
Das Kalenderblatt, der Très Riches Heures für den Monat Mai, zeigt einen festlich geschmückten Reiterumzug zu Ehren der antiken Göttin Flora. Sie ist die römische Göttin der Blumen und der Blüte.
Beim hier dargestellten Fest der Floralia spielt die Stier-Farbe grün eine wichtige Rolle, wie die grünen Gewänder der Damen zeigen.
Der Monat Mai ist in der Natur die Zeit der Blüte, weshalb die Floralia gerade zu dieser Jahreszeit gefeiert wurde.
Très Riches Heures – Monat April
Das Kalenderblatt für den Monat April zeigt festlich gekleidete Vertreter des Adelstandes. Zwei davon tauschen Ringe aus. Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser Darstellung um die Verlobung von Charles d’Orleans mit Bonne d’Armagnac, der Enkelin von Jean Duc de Berry.
Im Hintergrund überragt die Burg Dourdan die Umgebung. Sie gehört zum Besitz des Herzog von Berry, welcher ja die Gebrüder van Limburg, mit der Erstellung der Très Riches Heures beauftragt hatte.
Les Très Riches Heures – Monat März
Das Kalenderplatt der Très Riches Heures für den Monat März zeigt im Vordergrund die Bauern bei ihrer Feldarbeit. Es sind typische Tätigkeiten für diese Jahreszeit. Ein Bauer pflügt seinen Acker, drei weitere schneiden ihre Weinstöcke zurück und ein Schäfer ist mit dem hüten seiner Schafe beschäftigt.
Très Riches Heures
Die Très Riches Heures sind das heute berühmteste Stundenbuch aus der Zeit des Mittelalters. Mit seinen 208 Seiten, der prächtigen Ausstattung und den kunstvollen Illustrationen zählt es zu den bedeutendsten Meisterwerken der Buchmalerei.
In einem Stundenbuch (auf Französisch „Livre d’heures“) wurden damals die Texte für die Stundengebete festgehalten.
Die Très Riches Heures befanden sich im Besitz des Herzogs Johann von Berry (Jean Duc de Berry). Er war der Bruder des französischen Königs Karl V., und einer der größten Kunstmäzene seiner Zeit.
Um 1413 beauftragte er die Gebrüder van Limburg mit der Ausgestaltung der Très Riches Heures.